Hektors Kolumne: Schickt den Winter in die Wüste!

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Okay, ich geb´s zu: Ich war ein wenig trübsinnig, nicht immer gut drauf, ein bisschen schwermütig und manchmal vielleicht sogar minimal miesepetrig. NA GUT: unausstehlich ist vielleicht das treffende Wort. Aber jetzt ist alles anders. Definitiv. Es kribbelt von den Pfoten bis in die Ohrenspitzen, es kriecht ein unaufhaltsamer Optimismus durch die Adern und ich weiß: Es wird Frühling.

Aus jedem Erdhaufen sprießt es, der Himmel ist blau, die Vögel nerven in aller Früh´ und die Sonne nimmt wieder teil am Leben. Es wird wieder gesprochen auf den Straßen und die Hundedamen legen ihre albernen Wintermäntel ab, deren Sinn sich mir ohnehin nicht erschließt. Wahrscheinlich brauchen eher die Menschen das wärmende Gefühl, dass ihr Liebling gepolstert ist, und wer selbst keinen Burberry hat, packt wenigstens seinen Hund damit ein. Dabei würde ein herzhafter Sprint schon reichen, um die kalten Knochen durchzuwärmen. Sei´s drum, die Zeit der Wolldecken auf vier Beinen ist ja nun passé.

Oder doch nicht?

Nach knapp drei Tagen Sonne, Licht und Wärme geht der ganze Mist von vorne los: Massen von Schnee, klirrender Frost, Chaos auf den Straßen. Vor allem die Trucker hat es eiskalt erwischt. In zwei Tagen standen mehr Sattelzüge quer auf den Autobahnen als im ganzen Winter zuvor. Dieser neuen Gemeinheit des schon verabschiedeten Winters waren weder Streufahrzeuge noch Räumdienste gewachsen, endlose Staus, entnervte Menschen und Skaten ganz ohne Schlittschuhe: Da haben Mensch und Hund das gleiche Problem. Bei aller Liebe: Ich hab´ die Schnauze voll! Die Salzbunker sind leer, die Splittvorräte längst aufgebraucht, die Geduld der Zwei- und Vierbeiner ist erschöpft: Wir wollen Sommer. Oder wenigstens Frühling. Zumindest die Hoffnung, dass es mal wieder warm wird und wir nicht länger durch verklumpte Schneeberge pflügen müssen. Nicht auszudenken, wenn am Ende die grässlichen Wintermäntel doch wieder auftauchen –  von der schlechten Laune ganz zu schweigen.


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