Coil

Kolumne Maik Erdmann innenIn manchen Firmen läuft es so verdreht, da könnte ich verzweifeln. Selbst nach all den Jahren, die ich schon fahre.
Da wird ein Coil bestellt, etwas über vier Tonnen schwer. Der Adressat kommt mit einem Stapler, der dreieinhalb Tonnen hebt. Das ist aber kein Problem,
der würde das auch packen.
Es war ein Zehn-Mann-Betrieb, im Industriegebiet eines kleinen Dorfes zwischen Mantova und Parma. Ich blieb auf der Straße stehen, ging hinein, um mich anzumelden. Ein älterer Mitarbeiter zeigte mir den Platz, wo er entladen wollte. Der Coil stand fast vorne an der Stirnwand. Davor befand sich ein Stapel sechs leerer Paletten, dahinter zehn Meter lange Bauelemente für eine andere Firma.
Bereits beim Beladen hatte ich drauf geachtet, dass einige Zentimeter Platz zum Coil gelassen wurden.
Ich öffnete die Plane, der Alte schaute sich den Coil
an und ging weg. Dann passierte eine halbe Stunde nichts mehr.
Zwischendurch telefonierte ich mit der zweiten Ent-ladestelle, einer Baustelle hinter Bologna. Der Bau-
leiter erzählte mir, dass es reicht, wenn ich am nächsten Vormittag zwischen acht und neun dort auftauche. Zumindest die Zeit spielte jetzt keine Rolle mehr.
Dann kam der Alte wieder, im Schlepptau einen jüngeren Kollegen. Der setzte sich auf den Stapler, fuhr an den Auflieger, ließ die Gabeln hoch und wieder runter und diskutierte mit dem Alten. Dann waren sich beide einig, dass auch die andere Seite des Sattels geöffnet werden sollte.

Grüße Maik


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