Meiner ist 18 Meter lang

Konnys KolumneMeiner ist 18 Meter lang. Unlängst hatte ich euch an gleicher Stelle bereits berichtet was mir so in „good old Germany“ auf euren Highways aufgefallen ist. „450 Pferde und ein Esel“ war das Thema – vielleicht erinnert ihr euch dunkel. Da gibt’s aber noch viel mehr zu gucken bzw. nix zu gucken. Überall die gleichen Möhren. Egal ob Volvo, Mercedes oder MAN draufsteht, unterscheiden kann die so richtig doch keiner. Sehen alle gleich aus. Was denen fehlt ist der Vorbau. Oder Männer, was meint ihr?! Nein, nicht was ihr wieder denkt. Richtig lange Hauben – das sind doch die coolen Kisten. Als ich noch ein kleiner Buttje war und in Hamburg mein Unwesen getrieben habe, da gab’s ab und an noch alte Mercedes mit ganz langen Hauben oder aber die Rundhauber. Aber so richtig die geilen Trucks, die hatten auch damals schon nur die Amis. Der Todesstoß war aber eine Verordnung, die es für die Branche absolut uninteressant machte, unnötig Ladevolumen zu verschwenden. Irgend ein verknöcherter Verkehrsminister kam nämlich auf die Idee nicht nur das Gewicht, sondern auch gleich die Länge von Lkw zu beschränken. Damit war’s natürlich erledigt. Der Platz, den bis dato vorne der Motor eingenommen hat, war hinten als Ladefläche verloren. Nix mehr Vorbau – aber zeitgleich wurde auch noch ein zweiter Anhänger verboten. Ja, ihr lest richtig, das war mal erlaubt. Zwar nicht so wie in Australien wo richtige „Road Trains“ mit 4 oder noch mehr Anhänger durch’s Outback donnern aber immerhin. Wobei ich das mit den vielen Anhängern noch einsehen kann. Der letzte Hänger muss ja mehr bremsen als der davor, sonst steht die Fuhre gleich komplett quer. Egal, is eh verboten. Was mich jedenfalls schon immer fasziniert hat, waren die Kisten, die in Amerika unterwegs waren. Bei mir hat es dann nur zum Ami-Pick-up gereicht. Der Traum schlechthin sind jedenfalls die Trucks, die in den Staaten unterwegs sind. Da die Jungs oft wochenlang „on tour“ sind, haben viele richtige Ein-Zimmer-Appartements dabei. Nicht so kleine Kojen wie auf ner Segeljolle. Während es bei den Plattnasen nur zu ner Schlafgelegenheit gereicht hat, die einer Jugendherbergsunterkunft ähnelt, sind die richtigen Trucks richtig Luxus. Da gibt’s welche mit Waschbecken und ordentlich Platz, wo manche Studentenbude drin versinken würde. Und ganz zu schweigen vom Auftritt eines solchen Ungetüms. Chromfelgen, die du am morgens gleichzeitig als Spiegel benutzen kannst und wenn es dunkel wird dann geht’s richtig zur Sache. Das Fuhrwerk wird dann erst in Szene gesetzt wenn hunderte Lampen leuchten. Vorbei sind übrigens auch die Zeiten veralteter Technik. Auch wenn es so aussieht, die Lkw heutiger Bauart haben außer ihrem Auftreten wenig gemein mit den Ungetümen aus den Truckerfilmen früherer Hollywoodfilme. Vorbei sind die Zeiten der unsynchronisierten 13-Gang-Fuller-Getriebe und auch die Geräuschkulisse ist heutzutage kein Thema mehr. Es ist aber auch so, dass die Elektronik immer mehr kontrolliert und steuert. Wenn die Karre steht, dann ist auch hier nix mehr mit Hammer und Meißel auszurichten. Aber so ist es halt. Hat auch was gutes mit der Moderne: Sind früher locker 50 Liter auf 100 Kilometer durch die Leitungen gegluckert, begnügen sich heutige Trucks mit ihren knapp 500 Horse-Power mit fast 20 Liter weniger. Das Feeling ist aber trotzdem ein ganz anderes. Wenn du den Truck startest und vor dir die Turbolader in Position gehen, dann wird dir sofort klar warum doch immer noch so viele den amerikanischen Traum träumen – einmal in den USA einen Truck von LA bis rüber nach Nashville/Tennessee fahren. Das wär’s doch Jungs. Ich kann’s verstehen.

Grüßt mir die Heimat. Bis zum nächsten Mal.

Euer Konny


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