Neapel

Kolumne Maik Erdmann innenKurz vor Neapel gab mein Navigationsgerät einen kurzen, letzten Pips von sich und seitdem ist Ruhe. Das einzige, was es noch anzeigt, ist folgende Meldung (diese dafür aber immerhin in 9 Sprachen): Bitte legen Sie die Speicherkarte ein.
Na prima!
Diese Karte habe ich nie entfernt, wozu auch. Also entnahm ich zum ersten Mal dieses Teil, nur um es sofort wieder einzulegen. Ein leichter Druck auf ok.,
das Gerät startete neu und… nichts passierte.
Ich entriss dem Gerät die Karte ein weiteres Mal, kratzte ein wenig darauf herum und startete einen neuen Versuch, natürlich wieder umsonst. Nun bespuckte und knickte ich das Teil, schrie es an – aber außer der bereits erwähnten Meldung passierte nichts.
Jetzt spürte ich doch etwas Panik in mir aufsteigen: Neapel und das ohne Navigerät? Wie soll das gehen? Mir kam plötzlich diese Versicherungswerbung aus den 80ern in den Sinn, in der ein deutscher Tourist mit seinem VW Käfer einen neapolitanischen Gemüsestand umfährt und nur knapp einem Lynchmord entgeht.
Um dieses Schicksal nicht zu teilen, riss ich das komplette Gerät von der Scheibe, schlug es, nur um es anschließend anzuflehen. Aber es half alles nichts, es verweigerte seinen Dienst standhaft – übrigens bis zum jetzigen Zeitpunkt.
In den Tiefen meines Gehirns arbeitete es und dann kam die Erleuchtung: Ich könnte es ja mal wie in grauer Steinzeit mit einem Stadtplan versuchen. Gedacht und getan: Am nächsten Rasthof legte ich einen kurzen Zwangsstopp ein, kaufte mir für knapp 15 Euro (*heul) einen Stadtplan und steuerte zielgerichtet auf diesen Moloch namens Neapel zu.

Grüße Maik


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