zum Affen gemacht

Kolumne Maik Erdmann innenEine kleine Firma, an der linken Seite einer Hauptstraße gelegen. Ich hielt schräg gegenüber des schmalen Eingangstors in einer kleinen Haltebucht.
Der Staplerfahrer sah mich kommen, fragte was ich bringe. Ich antwortete freundlich und sah über den engen Hof.
,,Fahr bitte rückwärts rein“, bemerkte er. ,,Und beeile Dich dabei. Die Autofahrer werden hier schnell nervös. Aber lass trotzdem das Tor heil.”
Ich ging zurück zum Lkw, schaltete den Warnblinker an und wartete auf eine Lücke zwischen den vorbei- fahrenden Autos. Dann sah ich, wie der Staplerfahrer heraus kam und den rückwärtigen Verkehr anhielt. Kurz darauf war auch von vorn frei. Ich fuhr auf die linke Fahrspur, dann etwas nach rechts. Und plötzlich stand er vor mir, mit seinem Opel. Einem roten. Er schaute mich an, schüttelte seinen Kopf und zeigte mit seinen rechten Zeigefinger auf eine imaginäre Uhr an seinem linken Handgelenk.
Ich fuhr weiter rückwärts, der Auflieger kam dem rechten Torpfosten bedrohlich nahe. Kein Problem. Fahr ich nochmal einige Meter nach vorn um beim zweiten Versuch etwas später einzulenken.
Das konnte ich aber nicht, weil der Opelfahrer mit nach rückte. Nun stand er genau vor mir. Er lies die Seitenscheibe herunter und rief so etwas in der Art, ob ich zu blöd zum rückwärts fahren wäre. Ich nickte ihm zustimmend zu und wartete. Dann begriff er wohl, dass es schneller geht, wenn er einige Meter zurück fuhr. Was er dann auch tat. Natürlich nicht ohne Schimpftiraden. Dabei schoss der Speichel aus seinem Mund und landete in Tropfen auf der Frontscheibe.
Mein zweiter Versuch war erfolgreich. Noch während ich den Lkw in die Firma bugsierte, fuhr er mit laut aufheulendem Motor davon. Eindeutige Gesten inbegriffen.
Diese ganze Einfahraktion dauerte vielleicht eine Minute. Ich verstehe, dass es Leute eilig haben.
Geht mir ja manchmal ähnlich. Nur letztlich bringt diese Art von Hektik gar nix. Ausser das man sich zum Affen macht. Und das ist es kaum wert.

Grüße Maik


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