Terex Superlift


Terex Superlift 3800 Gittermast-Raupenkran hebt Stahlbrücke ein

Kraft und Präzision – vor allem diese beiden Eigenschaften waren in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni 2015 beim Einheben der 15 Meter langen und rund 66 Tonnen schweren Brücke Schöneck in der saarländischen Gemeinde Kirkel gefragt. Die Trierer Firma Steil Kranarbeiten setzte deshalb bei diesem Job für das Illinger Bauunternehmen TKP Krächan auf den Terex Superlift 3800 Gittermast-Raupenkran.
Doch bevor die neue Brücke eingesetzt werden konnte, musste die alte erst einmal weichen. Denn die Konstruktion aus den 1960er Jahren galt als einsturzgefährdet und war deshalb bereits seit Längerem für Fahrzeuge gesperrt. Der Abbau des maroden Übergangs erfolgte zwei Monate zuvor in einer mehrstündigen Nachtschicht, in der die alte Brücke in acht Teile zerlegt ausgehoben wurde. Dabei verließ sich das Steil-Team mit dem AC 350/6 All-Terrain-Kran ebenfalls auf ein Arbeitsgerät aus dem Hause Terex. Als Herausforderung entpuppte sich hierbei unter anderem der Faktor Zeit: „Da die alte – wie übrigens auch die neue – Brücke über die ICE-Trasse Saarbrücken-Mannheim führt, mussten für die Hübe die Oberleitungen vom Netz genommen werden. Hierfür standen in beiden Fällen nur Zeitfenster von wenigen Stunden für uns offen, da der Intercity-Verkehr möglichst nicht beeinträchtigt werden sollte“, berichtet Martin Mittler, Einsatzplanung bei Steil und mit verantwortlich für dieses Projekt.

Beengte Platzverhältnisse vor Ort
Das Steil-Team sah sich aber nicht nur mit einem engen Zeitplan konfrontiert – auch die örtlichen Gegebenheiten hielten einige Schwierigkeiten bereit. So herrschte auf der Baustelle inmitten eines Wohngebiets akuter Platzmangel, der sowohl den Transport mit insgesamt 19 LKW als auch den eigentlichen Aufbau des Superlift 3800 Krans mit einem Terex AC 350/6 Hilfskran erschwerte. „Hierbei kam uns jedoch die einfache Transportierbarkeit des Superlifts 3800 entgegen. Nicht zuletzt das modulare Quickconnection-Konzept, das es ermöglicht, die Grundkonstruktion des Krans in zwei Teile zu zerlegen, machte den Superlift 3800 zur ersten Wahl für diesen Einsatz“, betont Martin Mittler. Trotz der widrigen Umstände ist es den beiden Kranfahrern Daniel und Mike Schulz daher gelungen, den Gittermast-Kran fristgerecht innerhalb von nur zwei Tagen in der Konfiguration LH1 mit 42 Meter Hauptausleger, 205 Tonnen Oberwagen- und 50 Tonnen Zentralballast hubbereit aufzubauen.
Zuvor musste jedoch noch der Standplatz für den Kran mit einer Holzunterlage aus Bongossi präpariert werden, da der instabile Untergrund ansonsten nicht in der Lage gewesen wäre, das Gewicht des Arbeitsgeräts zu tragen.

Präzisionsarbeit: Hub mit Augenmaß
Damit waren Kran und Arbeitsbereich optimal vorbereitet, um den neuen Übergang einzuheben. Dieser wurde in zwei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengeschweißt, so dass sich für den Hub ein Gesamtgewicht von 70 Tonnen inklusive Anschlagmitteln ergab. Nachdem die Last akribisch ausbalanciert angeschlagen war, wurde gegen 23.30 Uhr der Strom in den Oberleitungen abgeschaltet und der Hub eingeleitet: Kranfahrer Daniel Schulz hob die an vier Anschlagpunkten befestigte Brücke zunächst in einem Arbeitsradius von 26 Metern auf eine Höhe von sechs Metern an, um sie im nächsten Schritt mit einem gefühlvollen Dreh über die Gleise zu schwenken. Nun erhöhte er den Arbeitsradius durch Absenken des Auslegers auf rund 30 Meter und verfuhr den Superlift 3800 Raupenkran um etwa einen Meter nach vorn. Dort stand dann der kniffeligste Teil des Hubs an: „Da wir die Brücke millimetergenau auf Pressen absetzen mussten, war beim Ablassen höchste Präzision gefragt. Für solche Maßarbeiten ist der Superlift 3800 jedoch genau das richtige Gerät, da er sich extrem feinfühlig steuern lässt. So ließ sich auch diese Herausforderung problemlos meistern“, bringt Daniel Schulz einen der aus seiner Sicht wesentlichen Vorzüge dieses Terex-Krans auf den Punkt – neben der Kabine, die ihm mit einer Breite von 1,55 Metern und ihrer ergonomischen Gestaltung ein besonders komfortables Arbeiten
ermöglicht.
Aber auch Martin Mittler weiß die Vorzüge dieses Arbeitsgeräts zu schätzen: „Wenn unsere Auftraggeber hören, dass wir den Superlift 3800 mit seiner serienmäßigen Absturzsicherung einsetzen, wissen sie, dass wir bei der Montage auf der Baustelle buchstäblich auf der sicheren Seite sind. Das erspart uns Abstimmungsaufwand und zeitraubende Diskussionen“, berichtet er. Nicht weniger zufrieden mit dem Verlauf des Hubs zeigte sich der Projektleiter Burghard Hass vom Hersteller der Brücke Schäfer Stahlbau aus dem saarländischen Dillingen: „Es war schon beeindruckend, wie souverän der Kran diese Aufgabe gelöst hat. Ich war wirklich überrascht, wie präzise sich mit solch einem gigantischen Großgerät arbeiten lässt.“
Reibungslos verlief dann auch noch der letzte Akt des Hubs: In nur zehn Stunden war der Superlift 3800 Kran wieder abgebaut und auf LKW verladen, um sich direkt auf den Weg zu seinem nächsten Einsatz zu machen – den er genau so zuverlässig meistern wird wie diesen und alle anderen Einsätze zuvor, ist sich das Steil-Team sicher.


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