Truck Stop: 40 Jahre Bühnenjubiläum

tm1613_truck_stop_jubilaeum_01Waschechter Country-Sound gepaart mit Geschichten, die das Leben geschrieben hat; und das in deutscher Sprache: Das ist seit nunmehr vierzig Jahre das Erfolgrezept der Hamburger Band Truck Stop.

Interview mit Uwe Lost

TRUCK XXL: Uwe, die TRUCK XXL wird zwanzig Jahre alt; bei ihrer Gründung konntet ihr bereits euer zwanzigjähriges Bühnenjubiläum feiern. Heute, nach mehr als vierhundert Songs, vierzig veröffentlichten Alben und im vierzigsten Jubiläumsjahr, wie fühlt man sich da?

Uwe Lost: Um es nur kurz richtig zu stellen: Ich feiere in diesem Jahr mein 35-jähriges Jubiläum bei Truck Stop. Von den Gründungsmitgliedern sind nur noch Cisco Berndt und Teddy Ibing übrig; Erich Doll, Rainer Bach und zuerst Eckart Hoffmann sind im Laufe der Jahre ausgeschieden – und unser Lucius Reichling ist, wie Sie bestimmt wissen, im letzten Jahr verstorben. Na ja – und wenn ich die Alben rekapituliere, dann komme ich in all den Jahren… (er rechnet im Kopf kurz zusammen) …auf an die 600 Titel, die wir aufgenommen haben. Doch was Deine eigentliche Frage angeht: Ganz klar – es ist schon ein tolles Gefühl, etwas hinterlassen zu haben; etwas, wovon manch einer auch noch spricht, wenn ich in vielleicht zwanzig Jahren nicht mehr auf Erden wandele.

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Besuch beim Dreh zur Serie „Großstadtrevier“

TRUCK XXL: Als die Single „Ich möcht so gern Dave Dudley hörn“ auf den Markt kam, schlug sie ein wie eine Bombe. Es folgten mit „Der wilde, wilde Westen“ und „Take it easy altes Haus“ weitere äußerst erfolgreiche Titel. Ende der Siebziger wart ihr sehr populär – auch wenn man nicht Country-Fan war, war es kaum möglich, Euch zu übersehen.

Uwe Lost: Ja, wir hatten regelmäßig Auftritte in vielen legendären Musik-Sendungen im deutschen Fernsehen, in Ilja Richters „Disco“, in der ZDF „Starparade“ und nicht zu vergessen in der von Radio Bremen ausgestrahlten Kultsendung „Musikladen“, mit Uschi Nerke. Das hat uns ungeheure Popularität verschafft.
Unseren satten Country-Sound verbunden mit einem deutschen Text, das hatte es noch nie vorher gegeben. Es war eben auch die Zeit, in der angefangen mit Udo Lindenberg, über Marius Müller-Westernhagen oder Rio Reiser erstmals nicht nur in der Schlagermusik auf Deutsch gesungen wurde, es war eine ungeheure Aufbruchsstimmung. Und sicher war das in den ersten Jahren viel zu aufgeblasen, der Rummel um die Cowboys von der Waterkant viel zu laut; eine derart große Fangemeinde gab es nicht.“

tm1613_truck_stop_jubilaeum_09TRUCK XXL: „Dave Dudley“, euer erster großer Hit kam 1977 heraus; vorher wart Ihr eher so was wie ein Insidertipp.

Uwe Lost: „Die ersten Jahre der Band-Geschichte waren nicht so erfolgreich. Lucius Reichling, Cisco Berndt, Erich Doll, Teddy Ibing, Rainer Bach, Klaus-Dieter Eckardt sowie Eckart Hofmann, die Urbesetzung, spielten Songs von Bill Haley, Chuck Berry, Fats Domino, Jonny Cash und Merle Haggard. Ich selber stieß ja erst 1978 zu Truck Stop, nachdem die Band, angeregt vom Produzenten Jo Menke aus Maschen, sehr erfolgreich begonnen hatte, auf Deutsch zu singen.“

TRUCK XXL: Damals hättet Ihr Euch sicher die Haare gerauft, bei der Vorstellung, ausgerechnet in der Schublade Volksmusik zu landen und im Musikantenstadl und anderen einschlägigen Schlager- und Volksmusiksendungen aufzutreten.

Uwe Lost: „Ja als junge Kerls sicherlich. Andererseits wurde uns irgendwann klar, dass es nach den ersten großen Erfolgen so nicht weiter gehen würde. Letztlich war das für uns eine reelle Chance. Du kannst eben entweder den idealistischen Weg gehen und am Ende kennt Dich keiner, oder Du ergreifst die Chance, die sich dir bietet. Wir sind froh, dass es diese TV-Sendungen noch gibt.

TRUCK XXL: In der aktuellen Berichterstattung über Truck Stop war zu lesen, dass Ihr alle auch einen Beruf neben Eurer Band-Arbeit ausübt…

Uwe Lost: „Das geht auf eine etwas sehr überspitzte Darstellung in den Medien zurück. In einem Interview wurde ich danach gefragt, was wir denn sonst so tun, wenn wir nicht in Sachen Musik unterwegs sind. Ich habe dann erzählt, was ich wusste. Cisco reitet und Teddy Ibing hatte öfter einmal mit einem Autohaus zusammengearbeitet; das reichte, um aus ihm einen Autoverkäufer zu machen. Zum Glück hat man keinen Teppichhändler aus ihm gemacht. Einzig Knut Bewersdorff hat eine Software-Firma, deren Aktivitäten er aber fein säuberlich von seinem Engagement bei Truck Stop trennt. Ansonsten sind wir alle Vollblut-Musiker.“

TRUCK XXL: 1993 belegte Euer Titel „Arizona, Arizona“ im Bundesstaat Arizona wochenlang den ersten Platz der Radiocharts und war Anlass für eine Tour durch Amerika.

Uwe Lost: „Es war eine wochenlange Tour von San Francisco über Los Angeles bis nach Phoenix mit zwei unvergesslichen Konzerten im Heimatland der Countrymusic.“


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