Historische Lkw – Borgward B 1500 D, Bj. 53

Ein nachhaltiges Erlebnis
Aus einem Rüffel seines Vorgesetzten entwickelte
sich eine Leidenschaft zum Borgward B 1500 D mit dem Spitzkühler

Borgward-B-1500-D-1
Borgward B 1500 D und NSU OSL 251, Baujahr 1952

Als Wolfgang Wischnewski sich im Jahr 1954 bei seinem Vorgesetzten eine Standpauke anhören musste, ahnte er noch nicht, welche Auswirkungen dieses Ereignis noch viele Jahre später haben sollte. Was war geschehen? Wolfgang absolvierte damals seine Ausbildung zum Kfz-Schlosser bei der Firma Marquardt & Bödeker in Dorfmark. Zu seinen Aufgaben gehörte es, nach der durchgeführten Inspektion der dort gewarteten LKW die Fahrzeuge zu waschen. Beim Borgward B 1500 D der Schlachterei Tödter führte er diese Aufgabe nicht zur Zufriedenheit des Meisters aus. Er vergaß doch tatsächlich, das auf der linken Seite des Viehtransportaufbaus angebrachte Reserverad zu demontieren und auch von innen zu reinigen und natürlich den Luftdruck im Reifen zu kontrollieren. Nach einer entsprechenden Ermahnung war das Thema für seinen Chef schnell erledigt. In Wolfgangs Gedächtnis blieb dieses Erlebnis jedoch haften. Der dunkelrot lackierte Spitzkühler mit dem Dieselmotor verfolgte ihn den Rest seines Lebens bis heute.

Borgward-B-1500-D-4

Jahre später
Wolfgang Wischnewski hatte es zum Meister seines Faches gebracht und sich auf die Wartung, Reparatur und Restaurierung von historischen Borgward-Fahrzeugen spezialisiert. Für ihn stand fest, dass er irgendwann seinen Borgward mit Spitzkühler besitzen wollte. Er hielt die Augen auf und suchte ein passendes Fahrzeug. Doch zu Beginn der 1990er Jahre waren solche Kleinlaster auch in Deutschland recht selten geworden. Irgendwann fand sich dann ein halbwegs akzeptables Exemplar, das als Restaurierungsbasis dienen konnte. Der Borgward B 1500 D stand bei einem Sammler in Neuwied und unterschied sich doch erheblich von dem LKW, der Wischnewski vorschwebte. So fehlten dem Kandidaten der Motor und der Aufbau. Das Fahrerhaus war zwar komplett, aber recht morsch. Da eine Restaurierung viel Arbeit bedeutete, wurde eine Kaufentscheidung mehrmals vertagt. Doch gemeinsam mit Sohn Volker, der mittlerweile im Borgward-Fachbetrieb mitarbeitete, redete er sich den Altlaster schön. Außerdem war er einer der letzten überhaupt noch verfügbaren. Letztendlich baten Sie einen Freund, den kleinen Borgward aus Neuwied mit nach Achim zu bringen, wo er restauriert werden sollte. Sie fuhren bewusst nicht selbst nach Neuwied, da sie befürchteten, dass sie vor Ort beim Betrachten des ganzen Elends ihre Kaufentscheidung zurückziehen könnten. Als der kleine Borgward in Achim eintraf, wurde er erst einmal in die Ecke gestellt und Ernüchterung machte sich breit bei den Wischnewskis. Was hatten sie sich da angetan?

Borgward-B-1500-D-2


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.