Hektors Kolumne: Es saugt und bläst der Heinzelmann…

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Man mag es mögen oder nicht, aber es führt kein Weg dran vorbei: Draußen ist Herbst. Die Bäume schmeißen einem Tonnen von Blättern vor die Füße, und nicht wenige fühlen sich dadurch geradezu schikaniert. Während ich ungeachtet meines kurzen Geläufs unverdrossen durch die Laubberge pflüge, herrscht um mich herum Hektik. Auf Gehwegen, Gärten und Hauseingängen sind Menschen damit beschäftigt, zu kehren, zu saugen und zu blasen – da kommt mir der selige Loriot in den Sinn. Nicht nur allen Staubsaugervertretern, sondern vor allem meinen Kollegen hat er ein Denkmal gesetz. Man denke nur an die Wandlung vom Mops zum Elch…grandios! Zurück zum Laub. Im Herbst erlebt der Golfrasen seinen zweiten Frühling, täglich wird er gebürstet und gewienert, und je kleiner der Garten, desto größer ist offenbar dier Zorn der Besitzer über jedes unerwünschte Blatt. Wo man dem Unkraut im Sommer täglich mit der Pinzette zu Leibe rückte, ist jetzt schweres Gerät gefragt, um die Ordnung wiederherzustellen. Natürlich vergeblich, da können die Kleingärtner noch so viele Blätter sammeln, in Säcke stopfen und zum überforderten Kompostwerk schleppen. Das Laub gewinnt. Immer. Verstehen kann ich die ganze Aufregung ohnehin nicht. Was passiert denn schon, wenn das Zeug liegen bleibt? Es raschelt herrlich unter Pfoten und Schuhen, vergoldet den Garten, macht den Blick in den Himmel frei. Und das Gerücht, dass manche Blätter „nie verrotten“, ist nichts als eine Erfindung der Laubsauger-Industrie. Alles verrottet. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ein Tipp von Hund zu Mensch: Fahren Sie doch einfach im Herbst in Urlaub, lassen Sie liegen, was in den Kreislauf zurück will, und passen Sie lieber auf, dass Ihnen die Blätterpracht nicht auf der Straße zum Verhängnis wird. Denn hier können die verklumpten Relikte wirklich zum Problem werden und die Fahrbahn in eine Rutschbahn verwandeln. Aber da fegt natürlich keiner… Verstehe einer die Zweibeiner! Bin ich froh, dass die keine größeren Probleme haben. Sonst müsste ich mir glatt Sorgen machen.


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