EU-Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz: Weiterbildungspflicht

tm0613_qualifikation_berufskraftfahrer_gesetz_01Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz:

Am 07.07.2006 wurden ein Gesetz und dazugehörige Verordnungen erlassen, welche die Aus- und Weiterbildung von gewerblichen  Lkw- und Omnibusfahrern in der EU einheitlich regelt. Die Weiterbildungspflicht gilt für alle Berufskraftfahrer, die mit Lkw über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht unterwegs sind und für Omnibusfahrer, die gewerblich Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen bewegen. Der Umfang der Weiterbildung umfasst 35 Zeitstunden, die innerhalb von fünf Jahren absolviert werden müssen. Jede einzelne Weiterbildung muss sieben Zeitstunden an einem Tag umfassen. Die Weiterbildung ist bei den meisten Anbietern in fünf Module aufgeteilt. Jedes Modul beschäftigt sich mit einem gesonderten Thema, beispielsweise mit der Sicherheit und den Straßenverkehrsrisiken.

Diese fünf Module sind nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben und auch nicht im Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz verankert. Die fünf Module ergeben sich aus der Vorgabe, fünf mal sieben Zeitstunden absolvieren zu müssen. Daraus haben die Verlage, welche die Lehrunterlagen bereitstellen, fünf Module gemacht. Der Gesetzgeber gibt nur vor, dass die Schulungen die drei Grundthemen abdecken müssen. Die Hauptthemen sind:
1. Verbesserung des rationellen Fahrverhaltens auf der Grundlage der Sicherheitsregeln.
2. Anwendung der Sozialvorschriften, Vorschriften im Güterverkehr, Vorschriften im Personenverkehr.
3. Gesundheit, Verkehrs- und Umweltsicherheit, Dienstleistung, Logistik.
Genauere Angaben finden sich in der Anlage 1 der Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BkrFQV).

Die inhaltliche Ausgestaltung der Lehrinhalte sowie die Einordnung in Module wird den Ausbildungsinstitutionen überlassen. Diese müssen ihre Ausbildungspläne allerdings zertifizieren lassen, damit sie später anerkannt werden. So kann es vorkommen, dass die Module bei unterschiedlichen Anbietern stark variieren. Wer also eine einheitliche, vergleichbare Schulung für seine Berufskraftfahrer erhalten möchte, sollte alle Module bei einem Anbieter buchen. Es gibt auch die Möglichkeit, die Schulung in der eigenen Firma durchzuführen. Bei größeren Firmen eine durchaus gute Lösung, bei der auch auf individuelle Bedingungen und Bedürfnisse eingegangen werden kann.

Grundsätzlich sollten alle Berufskraftfahrer so geschult werden, dass sie auch nach einem Arbeitsstellenwechsel weiterhin gut ausgebildet sind. Ein Schüttgutfahrer beispielsweise interessiert sich zum Zeitpunkt der Schulung nicht besonders für Ladungssicherung, doch wenn er übermorgen die Firma wechselt und Stückgut transportiert, muss er die Ladungssicherung samt Bestimmungen beherrschen.

Wir stellen im Kasten die Modulaufteilung, wie sie die DEKRA für ihre Seminare festgelegt hat, einmal als Beispiel genauer vor.
Weitere Anbieter der Berufskraftfahrer-Qualifikationsseminare sind neben ADAC und TÜV beispielsweise auch Fahrschulen, Lkw-Hersteller und Firmen wie Inocom Training.


Andreas Aepler

Autor: Andreas Aepler

Chefredakteur der TRUCK, Fachjournalist für Nutzfahrzeuge und Baumaschinen.

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