Höheres Unfallrisiko durch ältere Fahrer

tm0515unfallrisiko-2Den 11. November 2014 wird Hanne Kämpfer-Deppner aus Halle (Westfalen) wohl nie vergessen. Kurz nach Mitternacht raste der 69-jährige Fahrer eines Tiefkühlzuges trotz Durchfahrtsverbots in ihr Haus. Sofort stand der Lkw in Flammen, auch Teile des Gebäudes fingen Feuer. „Ich lag schon im Bett, habe zunächst an eine gewaltige Explosion geglaubt. Mit Mühe und Not bin ich aus dem Schlafzimmer gekommen“, berichtet sie. Während der Fahrer des Lkw in seiner Kabine verbrannte, hatten Polizei und Unfall-Sachverständige zunächst keine Erklärung für den spektakulären Unfall. „Es gab keine Bremsspuren. Auch konnten wir keine Hinweise finden, die auf ein Ausweichmanöver des Fahrers hingedeutet haben“, erläutert Karsten Leining vom Verkehrskommissariat der Polizei in Gütersloh.

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In Halle (Westfalen) ist der 69-jährige Fahrer eines Kühltransporters in ein Haus gefahren. Der Fahrer verbrannte in seinem Lkw, das Haus wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen und muss abgerissen werden



„Sekundenschlaf hätte eine Reaktion ausgelöst“

Erst die genaue Spurensuche an der Unfallstelle lässt Rückschlüsse zu, die auf ein plötzliches Herz-/Kreislaufversagen des Fahrers schließen lassen. Mehrere hundert Kilo schwere Findlinge hatte der Kühlzug etwa 60 Meter vor seiner Kollision mit dem Haus zur Seite geschoben. Ebenso wurde eine Betonmauer umgerissen. „Das alles deutet darauf hin, dass der Fahrer zu diesem Zeitpunkt bereits handlungsunfähig war und bewusstlos oder tot hinter dem Lenkrad gesessen hat“, erläutert Dekra-Sachverständiger Dipl.-Ing. Uwe Hagemann, der den Unfall untersucht hat. „Wäre er Opfer des Sekundenschlafes geworden, hätte er noch reagiert. Alles spricht dafür, dass der Mann einen Infarkt oder etwas Ähnliches erlitten hat“, so der Unfallanalytiker.

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