Hohes Unfallrisiko auf der A 7

tm2114unfallrisiko-a7_1Lkw-Fahrer aufgepasst, denn auf der A 7 lauern jetzt viele Gefahren! Dieser Streckenabschnitt im Norden wird dreispurig ausgebaut und erfordert volle Aufmerksamkeit. Die TRUCK XXL verrät, warum das so ist.

Die Arbeiten für den dreispurigen Ausbau der A 7 zwischen dem Autobahnkreuz Walsrode und Hamburg laufen auf Hochtouren und werden neun lange Jahre dauern. Für Lkw-Fahrer bedeutet dies, dass sie jetzt sehr wachsam sein müssen und vor allem den gesetzlichen Mindestabstand von 50 Metern zum Vordermann einhalten sollten. Denn tückische Stauenden sind an der Tagesordnung und bedeuten besonders vor den Baustellen ein extremes Unfallrisiko! An einem Stauende hatten am 12. März gleich drei Lkw Feuer gefangen, nachdem ein mit 15.000 Spraydosen beladener Sattelzug auf einen Lkw aufgefahren war. Als Folge des Unfalls gerieten der stehende Container-Lkw vor dem Spraydosen-Truck und ein nachfolgender Tankzug, dessen Fahrer das Stauenende ebenfalls übersehen hatte, sofort in Vollbrand. Wie durch ein Wunder überlebte der rumänische Fahrer des Spraydosen-Lkw den Unfall mit schwersten Brandverletzungen.

Ist ein Campingkocher in der Fahrerkabine explodiert?

„Alle haben an diesem Tag wahnsinniges Glück gehabt. Es hätte mit Leichtigkeit auch drei Tote geben können“, kommentiert Polizeidirektor Stefan Sengel das Unfallgeschehen. Wie aber konnte es überhaupt passieren, dass der Spraydosen-Lkw unmittelbar nach seinem Aufprall auf den Container-Lkw sofort brannte? „Experten sagen immer, so etwas passiert nicht. Aber es ist passiert. Hier könnte ein Campingkocher in der Fahrerkabine eine Rolle

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gespielt haben, aus dem Gas oder eine andere leicht entzündliche Flüssigkeit ausgetreten ist. Aber wir wissen es noch nicht genau“, so Sengel. Der Hamburger Unfallanalytiker Dipl.-Ing. Martin Hitzemann hat sich den von einer Überwachungskamera aufgezeichneten Lkw-Crash angesehen. Der Dekra-Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass der plötzliche Rückstau dazu geführt haben muss, dass der rumänische Lkw-Fahrer eine Art Notbremsung durchgeführt hat und dabei leicht nach links ausgewichen ist.

Flammen durch schlagartige 
Beschädigung der Spraydosen

Dipl.-Ing. Hitzemann: „Das hatte natürlich den Nachteil, dass der Auflieger ins Rutschen kam und sich ein wenig quer stellte. Für den dahinter fahrenden Fahrer des Tanklastzuges gab es eigentlich gar keine Chance mehr für ein Ausweichmanöver. Auch sein Abstand war viel zu gering und so ist er dann sehr zeitnah mit dem sich querstellenden Auflieger des Spraydosen-Lkw zusammengeprallt“. Grundsätzlich hält es Hitzemann für möglich, dass eine Gaskartusche in der Fahrerkabine die Ursache gesetzt hat, jedoch nicht für das riesige Flammeninferno. Hitzemann: „Es ist eindeutig durch das Auffahren des Tanklasters auf die Ladung des davor fahrenden Lkw verursacht worden, der mit Spraydosen beladen war. Und diese Spraydosen wurden schlagartig allesamt beschädigt, so dass es zu dieser rasanten Ausbreitung des Feuers und damit zu der gewaltigen Flammenbildung kam“.

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Die Feuerwehren im Heidekreis rückten im Frühjahr gleich mehrfach aus. Beim Brand der drei Lkw gerieten die Helfer an ihre Grenzen.


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