Barriflex Busbord: Vollkontakt ohne Reue

tm2113_barriflex_busbord_01
Barriflex Busbord: Vom deutschen Betonwerk Lintel in Zusammenarbeit mit Continental entwickelter reifenschonender Bordstein aus ultra-hochfestem Beton

Ein deutscher Betonhersteller hat zusammen mit Continental einen reifenschonenden Haltestellen-Bordstein entwickelt

Ein undankbarer Langzeitjob ohne Zeit zu rasten: Der Stadtlinienbusreifen übernimmt die vielleicht härteste Aufgabe, die für einen Straßenreifen auf dem Lebensplan stehen kann: Jeden Tag früh raus aus dem Depot, über unterschiedlichste Straßenbeläge, mit ständigem Anfahren und Verzögern durch enge City-Straßen bis zum nächsten Haltestellenstopp.

Gängige Praxis: der tonnenschwere Linienbus wird durch die Bordsteine eingespurt, um punktgenau vor dem Fahrgast zum Halten zu kommen. Dabei müssen die Reifenflanken im Minutenabstand maximalen Anpressdrücken widerstehen. Und es kann schon vorkommen, dass die Nehmerqualitäten der verstärkten Seitenflanken genutzt werden, um am Bordstein abzubremsen. Kein leichtes Leben für einen Serienreifen, der möglichst lange und überdies später als Runderneuerungsreifen die Busunternehmerbilanz entlasten soll.

Weil bei Continental die Gedanken rund um Nutzfahrzeugreifen nicht bei der Ventilkappe enden, standen Ingenieure aus dem Entwicklungszentrum des deutschen Reifenherstellers Pate bei einem neuen Bordsteinkonzept des ostwestfälischen Betonwerks Lintel aus Rheda-Wiedenbrück.

Barriflex Busbord heißt das Kind der gemeinsamen Anstrengungen, dem Linienbus-Reifen eine starke Steinschulter zum Anlehnen zu geben. Betonwerk Lintel-Geschäftsführer Thomas Theilmeier erläutert die Qualitäten seines reifenfreundlichen Betonelements: „Ultra-hochfester Beton (UHPC), der um ein Vielfaches widerstandsfähiger ist als konventioneller Beton, bildet das dauerhafte Rückgrat für den Bordstein, der mit einer extrem glatten Oberfläche so wenig wie möglich materialzehrenden Reibungswiderstand bietet. Die Dauerhaftigkeit und vor allem aber die extrem hohe Frost- und Tausalzbeständigkeit machen den Barriflex Busbord zum Meilenstein unter den Betonelementen. Die Verwendung dieses extrem verdichteten Werkstoffs ist weltweit einmalig in der maschinellen Serienfertigung“, zeigt sich Theilmeier überzeugt vom langlebigen Betonbaustein. Und auch der Reifen soll dauerhaft vom geschmeidigen Kontaktkurs profitieren.

Der beim Anfahren der Haltestelle eng an der verstärkten Flanke geführte Reifen wird mit einer senkrechten Kontaktfläche am Stein so sanft wie nur eben möglich in Empfang genommen. Über die gesamte Führungszeit stützt sich der Reifen nur mit der steifen Seitenwand gegen die speziell ausgeformte Steinkontur ab. Die stoßsensible Lauffläche wird dabei mit minimalen horizontalen Scherkräften an den Führungsaufgaben beteiligt. Der Niederflurbus hält millimetergenau auf barrierelosem Niveau und ermöglicht so auch Fahrgästen mit Handicaps den ungehinderten Zutritt ins Fahrzeug. Die spezielle Kontur des Bordsteins verhindert darüber hinaus bestmöglich das fatale Aufsteigen des Fahrzeugs bei zu stumpfem Anfahrwinkel.

Seit einem Jahr ist das neue Bordsteinkonzept auf dem Markt und kommt, so Betonwerk Lintel-Geschäftsführer Thomas Theilmeier, „zusehends in Fahrt“. Continental Ingenieure haben errechnet, dass man mit dem reifenschonenden Boxenstopp an der Haltestelle deutlich den Reifenverschleiß minimiert und so die Laufzeiten verlängern kann.

Fotos: Hersteller

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.