Michelin Lkw-Reifen: Runder Geburtstag

1952 bis 2012: Der Radialreifen Michelin X für Lkw feiert sein 60. Jubiläum

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1952 lässt Michelin seinen Radialreifen mit der X-Markierung für Lastkraftwagen patentieren und bringt damit eine bahnbrechende technische Neuerung für das Transportwesen auf den Weg. Mit dieser Innovation läutet Michelin die zweite große Etappe bei der Umstellung von Diagonal- auf Radialreifen ein: Bereits 1946 hatte Michelin seinen Radialreifen für Pkw zum Patent angemeldet, ein Produkt, das unter der Bezeichnung X in kürzester Zeit bekannt wurde.

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Historisches Plakat auf russisch: Michelin X

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Historisches Plakat Michelin X M+S

Kurzer Überblick zur Geschichte des Radialreifens

Der konventionelle Diagonalreifen leistet zur Entwicklung der weltweiten Mobilität in der ersten Hälfte des 20. Jh. einen wichtigen Beitrag. Diese Art des Reifenaufbaus hat jedoch Grenzen, die von den Reifenherstellern schon früh erkannt werden. Zum einen bereiten seine Widerstandsfähigkeit bei hohen Geschwindigkeiten und die dabei entstehende Erwärmung Probleme. Zum anderen sind Langlebigkeit und allgemeine Zuverlässigkeit unzureichend: Zahlreiche Fahrzeuge bleiben aufgrund von Reifenproblemen am Straßenrand liegen.

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Michelin X Reifen aus der Bib Revue von 1962

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Der „Fliegenkäfig“: erster Prototyp des Radialreifens

Ende der 1930er-Jahre entwickelt der Michelin Forscher Marius Mignol ein Reifenkonzept, bei dem die Flankenstruktur aus radial (parallel zum Radius) angeordneten und mit größerem Abstand zueinander verlegten Drähten besteht. Aufgrund dieser eigenartigen Architektur wird der Prototyp hausintern „Fliegenkäfig“ genannt. Tests und Versuche zeigen, dass sich die Reifenlauffläche nicht erwärmt. Die Bewegungen der diagonal verlegten Strukturlagen eines konventionellen Reifens führen hingegen besonders im Flankenbereich zu einem deutlichen Temperaturanstieg. Michelin ist davon überzeugt, dass dem Radialreifen die Zukunft gehört. Während der Besetzung Frankreichs forscht Michelin unter strengster Geheimhaltung weiter an der neuen Technik und meldet am 4. Juni 1946 das Patent für den Reifen Michelin X an.

Der Lancia Aurelia B20 ist 1951 das erste Auto, das serienmäßig mit den Michelin Radialreifen vom Band rollt. Nicht ohne Grund wurde gerade dieses Fahrzeug ausgewählt: Das Duo Lancia und Michelin Radialreifen hatte im selben Jahr bei den 24 Stunden von Le Mans den Klassensieg in der Zwei-Liter-Kategorie errungen. Um jedoch alle Vorzüge des Radialreifens voll ausspielen zu können, bedarf es eines Fahrzeugs mit einem speziell darauf abgestimmten Fahrwerk. Genau das ist 1955 bei der Markteinführung des Citroën DS der Fall. Damit ist der erfolgreiche Start des Radialreifens auf dem französischen Heimatmarkt besiegelt. Die internationale Verbreitung beginnt gut zehn Jahre später: Die Ford Motor Company rüstet ab 1966 den neuen Lincoln Continental Mark III ab Werk mit den Michelin X Reifen aus. Als das Unternehmen 1952 den ersten Radialreifen für Lastkraftwagen auf den Markt bringt, gibt dies dem Transportwesen völlig neue Impulse. 1959 folgt der Einsatz der Radialtechnologie bei Reifen für Bau- und Erdbewegungsmaschinen. 1981 führt Michelin den ersten Radialreifen für Flugzeuge ein und 1984 hält die Radialtechnologie schließlich im Motorradbereich Einzug.


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