Schwergutlogistik: BigMove – 360° Schwertransport mit System

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Anlagenkomponente mit Zielort Staustufe Lac d’Emosson in der Schweiz auf 2.000 m Höhe

200 Zugmaschinen und 430 Spezialauflieger standen 2003 am Anfang der Schwertransport-Kooperation BigMove

Gründungsmitglieder waren 11 mittelständische Firmen mit zusammen 440 Jahren Markt­erfahrung und über drei Milliarden Kilometern Straßenerfahrung. Diese Werte sollten in einem umfassenden System gebündelt werden – zum Vorteil der Kunden und zur Erhöhung der eigenen Effizienz. Bald stand fest, dass für bestmögliche Ergebnisse branchenspezifisch geplant und gehandelt werden musste. Eine der vorrangigen Branchen für die Firmen der BigMove war und ist die Baubranche. Für die komplexen Belange dieser Branche zeigte sich, dass durch ein Baukastensystem aus bestimmten Aufliegern operative Optimierungen erreichbar waren.

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Flottenfahrzeug der „leichten“ Kategorie im Kompetenzteam Bau bis 50 t

Das System stellt mittlerweile fast 50 Prozent der gesamten BigMove-Flottenfahrzeuge dar. Es bildet die Anforderungen ab, die sich in den Schwertransporten rund um Großbaustellen häufig wiederholen. In den letzten neun Jahren sind vor diesem Hintergrund die BigMove-Flottenauflieger  „Chamäleon“, „Traumschiff“, „Samson“ und „Popeye“ in Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern wie Scheuerle und Meusburger entstanden. Die Kombinationen aus Aufliegern und Zugmaschinen berücksichtigen zum einen die technischen Anforderungen in Bezug auf Sicherheit und Handling der speziellen Güter, zum anderen sind sie auf die komplizierte Genehmigungssituation im Spezialtransport abgestimmt. Durch das flächendeckende Vorhalten der Fahrzeuge an den 11 Standorten in Deutschland und Österreich konnte man gemeinsam effizienter werden.

Beispielsweise kann mit dem „Chamäleon“, das bis zu 80 Tonnen transportiert, eine Dauer­genehmigung für Leerfahrten ohne ­zusätzliches Begleitfahrzeug erreicht werden, weil das Leergewicht von Zugmaschine und Auflieger zusammen 41,8 Tonnen nicht überschreitet und die Fahrzeugkombination gesetzlich vorgeschriebene Kurvenlaufeigenschaften einhält. Die BigMove-Firmen können innerhalb dieses Systems standortübergreifend Flottenauflieger kombinieren und somit insgesamt effizienter und kurzfristiger agieren. Aktuelle Fahrzeug-Standorte und erforderliche Relationen hierfür tauschen die Firmen untereinander online und in Echtzeit aus, sodass nicht die Kapazitäten einer einzigen Firma, sondern die Kapazitäten aller Mitgliedsfirmen für die Gesamtplanung zur Verfügung stehen. Im Resultat erhöhen sich Auslastung und Effizienz – was dabei sinkt, sind Spritverbrauch und CO²-Fußabdruck. Nicht nur Baumaschinen, auch unteilbare Ladungen wie 32 Meter lange Träger für Hallenkrane können innerhalb dieses Baukasten-Systems disponiert werden, damit Großbaustellen umfassend betreut werden können.

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Unteilbare Ladung: Großbaustellen-Service mit 32 m langen Trägern einer Hallenkrananlage

Das System stößt im Schwertransportbereich natürlich von Fall zu Fall auch an Grenzen, denn nicht alle individuellen Anforderungen lassen sich darin abbilden. Aber auch darauf hat ­BigMove eine konstruktive Antwort: „Jeder von uns hat in seiner eigenen Region und in bestimmten internationalen Relationen langjährige persönliche Erfahrungen und Kontakte. Damit können wir auch komplexe Sonderlösungen zuverlässig realisieren. Folglich haben wir ein effizientes standardisiertes System, dass durch die intensive Vernetzung der Firmen auch bei außergewöhnlichen Anforderungen ­hervorragend greift“, so Markus Geser, Chef der Geser ­Spedition und zugleich BigMove-Vorstandsmitglied.

www.bigmove.net

Fotos: Hersteller/Trivero


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