Dicke Brummer: Kenworth Berge-Truck

tm1713_kenworth_berge_truck_02In der Szene ist Willi Klekamp ein Fossil. Denn wie kaum ein anderer weiß der 68-Jährige, was die Herzen der Fans von US-Trucks höher schlagen lässt. Und da spielt es keine Rolle, ob es um einen Freightliner, einen Kenworth, einen Peterbilt, einen WesternStar oder um einen Mack geht.

Hauptsache groß, Hauptsache wuchtig. Und Hauptsache, aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dabei macht Willi Klekamp in seinem eigenen Betrieb keine Ausnahme. Wann immer seine Kunden Hilfe brauchen, ist er mit einem 1998er Kenworth W 900 L Abschleppwagen mit 50-Tonnen-Kran zur Stelle. Wir stellen seinen „dicken Brummer“ vor.

Alle zwei Jahre ein neuer Look

Was ist denn das für eine Farbe? Die ausgefallene Schlangenleder-Optik macht den dreiachsigen Kenworth mit einem Eigengewicht von 27 Tonnen zum echten Hingucker. Dabei (er-)strahlte das 12,60 Meter lange Bergefahrzeug noch bis vor kurzem in einem ausgefallenen Goldlook. „Öfter mal was Neues“, sagt sich Klekamp, der den niedersächsischen Betrieb gemeinsam mit seinem Sohn Markus leitet. Alle zwei Jahre wird der mächtige Abschlepp-Riese, dessen Fahrgestell um 1,20 Meter verlängert wurde, neu lackiert. Ein regelrechtes Ritual. „Das sorgt für Gesprächsstoff“, hat Klekamp feststellt. „Für uns ist das die beste Werbung“. Als Händler für US-Zugmaschinen ist er seit über 25 Jahren im Geschäft. Und sorgt dafür, dass hierzulande immer mehr Showtrucks auf die Straße kommen.

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Erfolg liegt in der Beständigkeit

Beim Besuch der TRUCK XXL klingelt das Telefon pausenlos. Und über 200 E-mails warten darauf, beantwortet zu werden. Bei Klekamp müsste der Tag 48 Stunden haben, denn wirklich Zeit hat er nie. Da hilft es nur, morgens schon um sechs Uhr in der Werkstatt zu stehen und abends als letzter die Firma zu verlassen. „Das Interesse an solchen Trucks steigt von Jahr zu Jahr. Grundsätzlich kann man sagen: Je ähnlicher sich die europäischen Lkw werden, desto größer wird die Nachfrage. Genau genommen ist die Form der amerikanischen Trucks ja seit 40 Jahren unverändert. Dadurch blieb der unverwechselbare Charakter erhalten, der sie hier auf der Straße zu etwas ganz Besonderem macht“. Das Erfolgsrezept, so Klekamp, ist also eigentlich ganz einfach: „Es liegt in der Beständigkeit“.

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Bilder sagen mehr als 1.000 Worte – wer käme angesichts  solcher Detailverliebtheit nicht ins Schwärmen?

US-Trucks sorgen für Gesprächsstoff

Dass sein bulliger Kenworth mit 15-Liter-Caterpillar-Motor und ursprünglich 680 PS mitunter sogar spontane Kaufimpulse auslöst, hat Klekamp mehr als einmal festgestellt. Heute holt ein befreundeter Abschleppunternehmer seinen nahezu baugleichen Freightliner ab. „Er ist eigentlich Spediteur und erweitert gerade seinen Betrieb. Doch mit einem solchen Truck steht man immer im Mittelpunkt“, weiß Klekamp aus eigener Erfahrung. Dennoch gibt es zwischen den beiden imposanten US-Trucks einen himmelweiten Unterschied, den ein einziger Blick in die geräumige Wohn- und Schlafkabine des Hasbergener Kenworth deutlich macht. Sogar die Sitze sind hier mit (künstlichem) Schlangenleder überzogen. Ein ausgemustertes Jagdgewehr wurde zum Schaltknüppel für die 18-Gang-Schaltung umfunktioniert. Einfach irre!


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