Liebherr Mobilkran: Neunachsiger All-Terrain-Kran

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Auf der Bauma 2013 hatte der neue LTM 1750-9.1 seinen ersten Messeauftritt.
Der 750-t-Mobilkran ergänzt die Liebherr-Baureihe zwischen den erfolgreichen Modellen LTM 1500-8.1 und LTM 11200-9.1

Der neue 9-Achser zeichnet sich dadurch aus, dass der komplette Teleskopausleger im öffentlichen Straßenverkehr mitgeführt werden kann. Zur Unterstützung der Wirtschaftlichkeit im weltweiten Einsatz wurden bei der Konzeption des LTM 1750-9.1 bereits unterschiedlichste Transportgewichte und Achslastvarianten berücksichtigt. Konstruktiv ist der neue Liebherr-Mobilkran auf besonders kurze Rüstzeiten ausgelegt.

Breites Einsatzspektrum mit ­starken Auslegersystemen

Ein umfangreiches Ausrüstungsspektrum ermöglicht dem neuen LTM 1750-9.1 ein besonders breites Einsatzgebiet: Mit dem 52 m langen Teleskopausleger, der Y-Teleskopauslegerabspannung und unterschiedlichsten Gitterspitzen verfügt der Kran über eine Vielzahl von Auslegersystemen und erreicht Hubhöhen bis 154 m und Ausladungen bis 112 m. Die wippbare Gitterspitze kann in 3,5 m-Schritten bis zu 91 m aufgebaut werden. Die Abwinklung der bis zu 62 m langen festen Gitterspitze erfolgt optional auch hydraulisch. Die Spitze ist damit auch unter Last verstellbar. Eine spezielle Hilfsspitze mit 56 t Tragkraft ist für den Betrieb am Teleskopausleger, an der festen Spitze und an der Wippspitze verfügbar. Für diese Spitze sind in der LICCON-Lastmomentbegrenzung eigene Traglasttabellen vorhanden.

Das bewährte System der Y-Teleskopausleger-Abspannung führt auch beim neuen LTM 1750-9.1 zu einer enormen Steigerung der Tragkraft, insbesondere bei langen Auslegersystemen, da die Seitenstabilität deutlich verbessert wird. Beim Abspannvorgang werden die Seile mit Spannzylindern auf beiden Seiten auf die genau gleiche Länge gezogen, so dass der Ausleger in einer statisch optimalen geraden Position gehalten wird.

Variable Achslasten

Der LTM 1750-9.1 fährt mit seinem 52-m-Teleskopausleger, den vorderen Abstützungen, einer Hilfsabstützung am Heck und einer kompletten Hubwinde mit einem Gesamtgewicht von 108 t bei 12 t Achslast. Einige Länder lassen jedoch nur ein Gesamtgewicht auf 99 t bei maximal 11 t Achslast zu. Diese Begrenzungen erreicht der neue 750-Tonner, wenn alle Abstützungen abgebaut sind. Alternativ kann der Teleskopausleger demontiert werden. Für das Verfahren des LTM 1750-9.1 auf öffentlichen Straßen auch in Ländern, deren Vorschriften noch restriktiver sind, kann der neue Kran auf reduzierte Gesamtgewichte von bis zu unter 40 t abgebaut werden, um die jeweils geforderten maximalen Achslasten zu realisieren.

tm0813_liebherr_mobilkran_bauma_02Schnelles Rüsten und innovatives Antriebskonzept

Wenn der LTM 1750-9.1 mit seinem Teleskopausleger und den vorderen Abstützungen zur Baustelle kommt, kann er die hinteren Abstützungen mithilfe der optionalen Zusatzabstützung am Fahrzeugheck ohne Hilfskran selbst montieren. Dabei werden die Kranrüstfunktionen vom Motor im Unterwagen angetrieben. Das Antriebsaggregat für den Kranoberwagen, bestehend aus dem Motor und der Hydraulik sowie einer integrierten Ballastiervorrichtung, wird separat zur Baustelle transportiert, in Selbstmontage am Kran angebaut und mit Schnellkupplungen angeschlossen. Alle Kranfunktionen für den Arbeitsbetrieb werden vom Oberwagenmotor angetrieben. Bei Ausfall des Oberwagenantriebs können alle Kranfunktionen mit dem Motor im Fahrgestell angetrieben werden, indem schnell und einfach lediglich drei elektrische Anschlüsse umgesteckt werden.

Wirtschaftlichkeit und Komfort

Für einen leistungsstarken Fahrantrieb im Unterwagen des LTM 1750-9.1 sorgt ein Achtzylinder-Liebherr-Dieselmotor mit 500 kW/680 PS und einem Drehmoment von 3.000 Nm. Die Kraft wird über das 12-Gang ZF-TC-Tronic-Getriebe auf die Kranachsen übertragen. Zum Anfahren und feinfühligen Rangieren ist ein Drehmomentwandler vorhanden. Als Dauerbremse dient der Intarder, eine ins Getriebe integrierte, verschleißlose Strömungsbremse. Wie alle aktuellen AT-Krane von Liebherr ist der LTM 1750-9.1 mit Druckluftscheibenbremsen ausgerüstet, die für einen sicheren und wirtschaftlichen Fahrbetrieb sorgen.

Die vier Hinterachsen am neunachsigen Fahrgestell des neuen 750-Tonners werden aktiv und geschwindigkeitsabhängig elektrohydraulisch gelenkt. Damit wird die Wendigkeit des Fahrzeugs erhöht und der Reifenverschleiß deutlich reduziert. Bei Hundegang werden alle neun Achsen gelenkt, so dass das Anheben von Achsen entfällt. Fünf Lenkprogramme werden über Tastendruck komfortabel angewählt. Der Liebherr-Vierzylinder-Reihenmotor im Kranoberwagen leistet 270 kW/367 PS und ein Drehmoment von 1.720 Nm. Der Kranantrieb, der über Servosteuerung und Leistungsregelung verfügt, erfolgt dieselhydraulisch mit fünf Axialkolbenverstellpumpen. Die Winden und das Drehwerk werden für höchste Feinfühligkeit im geschlossenen Kreislauf gefahren. Vier Arbeitsbewegungen sind gleichzeitig möglich.


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