Transportlogistik: Ohne Speditionen funktioniert kein Warenverkehr

tm1713_spedition_transport_01In Deutschland werden 83 Prozent aller Waren per Lkw transportiert

Das Speditionsgewerbe unterlag in den vergangenen Jahren einer Vielzahl an Veränderungen. In Bezug auf den Lkw-Transport werden noch viele Neuerungen präsent sein, beispielsweise die Lkw-Maut. Bei ihrer Einführung wurden sofort Stimmen laut, das sei das Ende für viele Speditionen, die Mehrkosten könne man im harten Wettbewerb nicht einfach an den Kunden weiterreichen …

Ein weiterer, aber lange nicht so schwerwiegend empfundener Punkt stellt die Verschärfung beim Emissionsausstoß dar. „Plötzlich“ konnten Kunden oder Lagerorte wegen eingerichteter Umweltzonen nicht mehr angefahren werden. Damit nicht genug, stiegen die Kraftstoffpreise in den letzten Jahren recht kräftig und kurbelten die Kostenspirale weiter in die Höhe.

Die Lösung vieler Speditionen lag in der Erweiterung ihres Einsatzgebietes. Einige Speditionen haben sich ein zweites Standbein beispielsweise im Autotransport aufgebaut, andere betreiben zusätzlich ein Bergungsgeschäft für Lkw und wieder andere haben sich zusätzlich auf Schwerlast-Transporte spezialisiert.

Natürlich hat es auch die „Ausflaggung“ gegeben, ausländische Subunternehmer erledigen den Transportjob für weniger Geld als in Deutschland angestellte Fahrer.

Damit nicht genug folgte die „Berufskraftfahrerqualifikation“. Sie kostet die Unternehmen Geld und Zeit für die Schulungsmaßnahmen. Mittlerweile sehen viele Firmen die Fahrer-Qualifikation aber auch als Chance, ihre Fahrer an die eigene Spedition zu binden und ihnen eine angemessene Fortbildung zukommen zu lassen. Etwas, das über Jahre vernachlässigt wurde.

Fahrermangel ist zurzeit das Problem, durch die Veränderung des Arbeitsplatzes Berufskraftfahrer sind viele ehemalig Lkw-Fahrer ausgestiegen. Der Zeitdruck, unter dem heute gefahren werden muss, die vollen Straßen, fehlende Rastplätze für Lkw und nicht zuletzt die „totale Überwachung“ durch GPS etc. haben den Beruf „Lkw-Fahrer“ unattraktiver gemacht.

Im Gespräch erzählte mir der Chef einer kleinen Spedition, dass er händeringend Lkw-Fahrer sucht, doch die, die sich vorstellen, wollen entweder nur geradeausfahren und können den Drehschemelhänger nicht rückwärts einparken, oder haben andere nicht umsetzbare Wünsche wie garantiert freie Wochenenden. Wieder andere wollen nur bestimmte Strecken fahren und haben dabei merkwürdige Gehaltsvorstellungen. Für einen guten, zuverlässigen und qualifizierten Fahrer würde man bei dieser Spedition auch gern mehr bezahlen, wenn man ihn dann bekäme!

Die Probleme sehen je nach Speditionsgröße, Einsatzgebiet und Serviceangebot natürlich sehr unterschiedlich aus. Bei einem Global Player mit mehr als 5.000 Lkw sowie Kooperationen mit 50 Schifffahrtsgesellschaften und Airlines sowie einem globalen Netzwerk von Büros und Lagern sehen Lösungen anders aus als bei einer kleinen Spedition. Ohne IT-Kommunikation würde die ganzer Logistik nicht funktionieren.

Das Angebot der Speditionen umfasst den Transport der Waren mit den entsprechenden Beförderungsmitteln, also per Lkw, Flugzeug, Schiff und Bahn. Ein- und Zwischenlagerung sowie die Zollabwicklung haben einen nicht unbeträchtlichen Anteil bei den Speditionsleistungen. Dabei wird der gesamte Auftragsverkehr elektronisch gesteuert und überwacht.

Diese Firmen sind es auch, die als erste moderne, aerodynamische Lkw mit geringem Emissionsausstoß einsetzen. Die großen Fahrzeugflotten werden ständig erneuert, eine Kraftstoffeinsparung von nur wenigen Litern pro Lkw hat natürlich bei 5.000 Stücken ganz andere Auswirkungen als bei nur dreien.

Ganzheitliche Logistik- und Transportlösungen sind das Kerngeschäft – von der Beschaffungslogistik über produktionsnahe Leistungen bis zur Auslieferung. Für die Kunden bedeutet dies eine stabile Logistik und mehr Freiraum für ihr Kerngeschäft.

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Fotos: Aepler/Hersteller


Andreas Aepler

Autor: Andreas Aepler

Chefredakteur der TRUCK, Fachjournalist für Nutzfahrzeuge und Baumaschinen.

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