Truckerstammtisch in der Raststätte Sittensen: EU-Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz

tm0713_quali_berufskraftfahrer_sittensen_01In regelmäßigen Abständen findet der Truckerstammtisch in der Raststätte Sittensen an der A1 statt. Veranstalter ist die Polizeidirektion Sittensen, die Vorträge für Berufskraftfahrer zu den unterschiedlichsten Themen veranstaltet

Am 06.03.2013 stand das Thema SOZIALVORSCHRIFTEN auf dem Plan. Das Thema hört sich nicht nur trocken an – das einzige, was nass wird, sind die Augen bei Nichteinhaltung!
Zu den Sozialvorschriften zählen Lenk- und Ruhezeiten, Monatsarbeitszeiten etc. Diese werden durch analoge oder digitale Fahrtenschreiber aufgezeichnet und können so jederzeit von den entsprechenden Behörden kontrolliert werden.

Was sich ein wenig nach Schikane anhört, soll im Ursprung dem Fahrer dienen. Die Sozialvorschriften regeln die Arbeitszeiten des Fahrpersonals, leider wird das EU-Recht nicht in jedem EU-Staat gleich gehandhabt. So jedenfalls beschrieben es Lkw-Fahrer während des Stammtisches in Sittensen. In Frankreich und Italien werden kurze Umparkaktionen oder Fahrten beispielsweise auf dem Schlachthof anders bewertet als in Deutschland.

Wenn der Fahrer den Eintrag „95“ als Beleg für die Weiterbildung zur Berufskraftfahrer-Qualifikation noch nicht im Führerschein eingetragen hat, gibt es ebenfalls in Südeuropa Probleme. Zumindest das „Modul zu den Sozialvorschriften“ sollte absolviert sein und durch ein Dokument belegt werden können!

Der Tipp der deutschen Polizei: Alle von der Norm abweichenden Verläufe oder Vorkommnisse dokumentieren!

Ein paar Beispiele:
• Umparken, weil man nachts aus Versehen vor einer Einfahrt geparkt hat. Umparken, weil die Polizei den Parkraum für Schwertransporte benötigt
• Überschreitung der Lenkzeit durch Stau oder Vollsperrung (Lkw auf dem Standstreifen abstellen und Ruhezeit im Fahrtenschreiber einstellen gilt nicht!)

Nur so kann bei späteren Kontrollen vom Fahrer belegt werden, warum es zu diesen Unregelmäßigkeiten gekommen ist.

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Zu Schulungszwecken hat die Polizei, in einer mobilen Station, die gängisten Modelle des digitalen Fahrtenschreibers. So können Fragen zu den unterschiedlichen Geräten leichter beantwortet werden

Der digitale Tachograf

Seit dem 01. Mai 2006 müssen alle Fahrzeuge mit einer Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen oder mit mehr als acht Fahrgastplätzen, die erstmals für den Straßenverkehr zugelassen werden, mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet sein. Voraussetzung zur Nutzung des digitalen Fahrtenschreibers ist die Fahrerkarte.
Auf der Fahrerkarte werden folgende Daten gespeichert: Kartenkennung, Karteninhaber inklusive seiner Führerscheindaten, Daten der gefahrenen Fahrzeuge, Fahrertätigkeitsdaten wie Lenk-, Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten, Ort (hier Staat) und Beginn/Ende des Arbeitstages, Status (ob Ein- oder Zweifahrerbetrieb), Ereignis- und Störungsmeldungen (wie beispielsweise Stromunterbrechungen, sonstige Datenfehler), Datum und Urzeit, wann die Fahrerkarte gesteckt und entnommen wurde. Diese Daten werden für mindestens 28 Tage gespeichert.

Hinweise auf Geschwindigkeitsüberschreitungen (über 90 km/h bei Lkw, über 105 km/h bei KOM) – diese Speicherung erfolgt nur bei Verstößen, die länger als 60 Sekunden andauern.

Genauere Einzelheiten zu den Sozialvorschriften erfahren sie bei der Berufskraftfahrer-Qualifikation und/oder im Band 5 der BKF-Bibliothek des Degener-Verlages  (Art.-41105).


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